Richard Wagner: Tristan und Isolde
Inszenatoren
- Musikalische Leitung: J. Latham-Koenig
- Regie: M. Lombardero
- Bühnenbild: D. Siliano
- Kostüme: L. Gutman
- Chorleitung: T. Karlovič, A. Melichar
Besetzung
- Tristan: L. Zakhozhaev, L. Zakhozhaev
- Isolde: M. Ammann, E. Connell, C. Hunold, M. Ammann, E. Connell, C. Hunold
- König Marke: R. Wiegold, R. Wiegold
- Kurwenal: R. Haan, T. Konieczny, R. Haan, T. Konieczny
- Melot: V. Kříž, S. Sem, V. Kříž, S. Sem
- Brangäne: A. Wagner, A. Wagner
- Der Hirt: J. Moravec, V. Sibera, J. Moravec, V. Sibera
- Der Steuermann: M. Horák, M. Horák
- Der junge Seemann: J. Moravec, V. Sibera, J. Moravec, V. Sibera
“Dangerously fascinating, frighteningly and sweetly infinite,” was how Friedrich Nietzsche characterized the opera, Tristan und Isolde, written by Richard Wagner to his own libretto between 1857 and 1859. He drew inspiration from the epic, Tristan und Isolt, by Gottfried von Strassburg (d. around 1210), who in his turn based it drew on an ancient Celtic legend. The first company to show interest in staging the work was the Court Opera in Vienna. At the end of a string of 70 harrowing rehearsals between 1862 and 1864, though, the work was declared unperformable. Only after the intercession of Wagner’s admirer, Ludwig II of Bavaria, did the premiere take place, at Munich, on June 10, 1865, under the baton of Hans von Bülow. The Prague State Opera building saw four previous productions of Tristan und Isolde, premiered on September 1, 1896, March 31, 1907, March 9, 1912 (by Alexander Zemlinsky), and June 21, 1934. All of these stagings were mounted by the then New German Theatre. This means the anticipated new production will return Tristan und Isolde under this roof after an absence of 76 years!
Premiere: 20. 5. 2010
Echos in der Presse
„Für eine ausgezeichnete Wahl kann man die Besetzung der amerikanischen Sängerin Amber Wagner in der Rolle der Brangäne bezeichnen; ihr außerordentlich klangvoller und ausgeglichener Mezzosopran hat zu den herausragendsten vokalen Erlebnissen beider Abende gehört... Das Hauptmittel des luftigen und geschmakvollen Bühnenbildes ist die spezielle virtuelle Technik... Einen außerordentlichen Anteil am Erfolg der Vorstellungen bildete jedoch die Leistung des Orchesters unter Jan Latham-Koenig; das zarte und leidenschaftliche, wütende und schmerzvolle Spiel, alle Nuancen von Wagners Partitur in den Tutti, den einzelnen Gruppen und den kleinen und größeren Soli.“
(Vlasta Reittererová, Hudební rozhledy 7/2010)
Jan Latham-Koenig, musikalische Einstudierung und Dirigent
Die Musik Richard Wagners, und vor allem sein Musikdrama Tristan und Isolde, ist auch für den zeitgenössischen Zuschauer von tiefer Bedeutung. Kein anderes Opernwerk des 19. Jahrhunderts hatte auf die Musik- und Theaterentwicklung der westlichen Kultur des 20. Jahrhunderts eine solche Auswirkung. Mahler, Strauss, Schönberg und auch Puccini wären undenkbar ohne die Revolution im musikalischen Denken, die eben Tristan ausgelöst hat. Man fragt sich: Warum? Weil dieses Werk eine ganz neue Welt der sich immer verändernden und unsbestimmbaren Harmonien und Kadenzen eröffnet hat, ein allmähliches Verzichten auf die klare Tonalität, weil es aber vor allem für die nicht mehr unterdrückte Sinnlichkeit der Musik steht. Wir wissen, dass Wagner damals unter dem Einfluss seiner leidenschaftlichen Beziehung zu Mathilde Wesendonck stand, vor allem jedoch aber auch von den Gedanken Schopenhauers über die Liebe fasziniert war (vor allem dem, dass ein Mensch seinen inneren Frieden nur durch die Entsagung aller seiner Sehnsüchte finden könne) und ein Werk komponiert hat, dass in seiner philosophischen Dimension mit der wichtigsten Schrift Schopenhauers, Die Welt als Wille und Vorstellung, vergleichbar ist; vielleicht nur mit dem Unterschied, dass dieses Gefühl der emotionellen Bereicherung durch die Musik und das Drama mehrere Menschen erreichen kann. Ich kenne kein anderes Liebesduett, das eine solche unbändige Leidenschaft der Liebenden (die sie geheim halten müssen) ausdrücken würde, dies ist zugleich aber eine Leidenschaft, die nur im Tod enden kann. Der harmonische Reichtum und das große Spektrum der instrumentalen Farben bilden in Tristan und Isolde eine so extreme Spannung, dass die Zuschauer das Theater in stummem Erstaunen verlassen.
Marcelo Lombardero, Regisseur
Tristan und Isolde ist das lyrische Werk par excellence. Seine dramatische Struktur ist dadurch kompliziert, dass die Handlung in der Musik, nicht in den Worten spielt. Die Musik stellt hier den Ursprung und die leitende Linie der Theatralität dar, die musikdramatische Entwicklung muss durch das Regiekonzept unterstützt werden. Das Ergebnis dieser lyrisch-dramatischen Struktur ist ein fast unbewegliches Theater und diese Unbeweglichkeit soll nicht aufgegeben werden, im Gegenteil – man muss die für ihre bessere Assimilierung notwendige Zeit noch potenzieren. Das Ziel unseres Konzepts war es, dem Werk eine visuelle Dynamik zu verleihen und so zum Verständnis von dessen Geschichte beizutragen. Wir haben dabei verschiedene virtuelle Einrichtungen eingesetzt, die die Verwandlungen der sonst fast stabilen Szene ermöglichen. Wir mussten das Werk nicht in einer konkreten Zeit ansiedeln; vielmehr wurde eine Synthese zwischen dem Mittelalter, der Zeit Wagners und der Gegenwart verwendet.
Diego Siliano, Bühnenbild
Tristan und Isolde ist im dramatischen Hinsicht ein sehr statisches Werk, sodass es unsere vornehmlichste Absicht war, ihm eine dynamische visuelle Grundlage zu verleihen; wir wollten auf die traditionellen drei Bühnenbilder für die drei Akte verzichten. Der Ausgangspunkt war für uns das Konzept Theater-Film; die verschiedenen Schauplätze werden mit Hilfe der Videoprojektion geschaffen. Die Verwendung dieser Technik ist an sich keine Novität mehr, doch wir haben für Tristan und Isolde eine spezifische virtuelle Szenographie geschaffen, die es uns ermöglicht hat, die Bühne so verwandeln, dass sie einmal realistisch, ein anders mal traumhaft wirkt. Der Ausgangspunkt für die von uns gewählte nicht konkrete Zeit der Handlung waren verschiedene ästhetische Richtungen und Genres wie der Abenteuerfilm, Comics, die dreidimensionale Animation oder die Zeichnung, sodass eine eigene Ästhetik des Werkes entsteht.
Luciana Gutman, Kostüme
Eine Geschichte der Liebe, Sehnsucht, Rache, Erlösung und Menschlichkeit wie in Tristan und Isolde kann man in jeder Zeit finden. Den „Liebestrank“, der die moralischen Grenzen überwindet, gibt es ja auch heute noch… Die Kostüme entsprechen der grundlegenden visuellen Konzeption und bilden mit ihr eine Stileinheit – weder historisch, noch modern. Wir haben eine Synthese zwischen der Romantik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart gesucht, mit einem Verweis auf die Geschichte, abgebildet in einer Zeichnung. Die Grundstimmung der Farben entspricht dem Bühnenbild, mit einem starken Akzent auf die Farbtöne des unbeweglichen, schweren, grauen Meeres.
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22. 05. 2012 um 19:00
G. Verdi: Il Trovatore
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23. 05. 2012 um 19:00
G. Rossini: Der Barbier von Sevilla
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24. 05. 2012 um 19:00
G. Puccini: Tosca
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