Der akademische Architekt Daniel Dvořák studierte Architektur und Szenographie bei Prof. Josef Svoboda an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag, bei Prof. Lois Egg an der Akademie der bildenden Künste in Wien und hat auch einen Studienaufenthalt in den USA absolviert. Er arbeitet als Theater-, Film und Fernsehszenograph, allein für das Theater hat er bis jetzt mehr als 200 Bühnenbilder in seiner Heimat und im Ausland geschaffen (z. B. Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz, Irland, Griechenland, Lettland, Russland, Norwegen, Slowakei, Argentinien, Japan, Korea, Mexiko, Finnland).
Im Jahre 1988 gründete er gemeinsam mit Jiří Nekvasil das Ensemble „Opera Furore“, das erste, das sich in der damaligen Tschechoslowakei systematisch der experimentellen Oper gewidmet hat. Im Jahre 1990 wurde er gemeinsam mit Jiří Nekvasil mit der Leitung der Kammeroper Prag beauftragt, die er zusammen mit diesem in „Opera Mozart“ umwandelte. 1998 wurde er Intendant der Staatsoper Prag, 2002 – 2006 war er Generaldirektor des Nationaltheaters Prag, seit 2007 ist er Direktor des Nationaltheaters Brünn, für das er bis jetzt das Bühnenbild für Königin Margot von Alexandre Dumas, das Musical Das Geheimnis des goldenen Drachens, Martinůs Julietta und Verdis Macbeth geschaffen hat. Im Jahre 1992 hat er die Mozart Sommer-Stagioni am Ständetheater mitbegründet und für sie die Bühnenbilder für Die Zauberflöte, Le nozze di Figaro, La clemenza di Tito und Don Giovanni geschaffen. Seit 1983 arbeitet er als Szenograph mit dem Nationaltheater Prag zusammen, für das er mehr als 30 Bühnenbilder realisiert hat (z. B. Macbeth, Il trovatore, Lucia di Lammermoor, The Entertainer, The death of Klinghoffer, Die Ausflüge des Herrn Brouček, Jenůfa, Die griechische Passion, Die verkaufte Braut, Morgen wird es…, Norma).
An der Staatsoper Prag war er der Szenograph vor allem der Uraufführungen der Opern Bubu vom Montparnasse E. F. Burians (1999), Faidra von Emil Viklický (2000), Die Physiker von Andreas Pflüger (2000), Circus Terra von Trygve Madsen (2002) und weiters der Bühnenbildner von Webers Der Freischütz, Der polnische Jude von Karel Weis, The Fall of the House of Usher von Philip Glass, Es war einmal... von Alexander Zemlinsky u. a.
Als Spezialist für monumentale, technisch komplizierte Szenographien war er an den größten Musical-Produktionen in der Tschechischen Republik beteiligt: Dracula (in der Originalfassung sowie auch in einer neuen Version), Monte Cristo, Die Rebellen, West Side Story, Miss Saigon. Von seinen im Ausland realisierten Szenographien sind vor allem Das schlaue Füchslein (Buenos Aires), Circus Terra (Oslo), Tosca (Tokyo), Jenůfa (Dublin, Riga), Die Soldaten (Nantes), Rusalka (Bratislava, Düsseldorf, Münster), Die drei Wünsche (Rostock), Adriana Lecouvreur (Erfurt), Requiem (Tampere), Alban Bergs Lulu (Regensburg, Münster), Rigoletto (Mexico City) und Das Tagebuch der Anne Frank von Grigori Frid (München) zu nennen. Das dimensionale Gegenteil zu seinen monumentalen Konzepten bilden seine Arbeiten für den animierten Film und das Puppentheater. Im Jahre 1991 Mitbegründer des Nationalen Marionettentheaters, ist er Koautor ihrer seit 1991 mit mehr als 4000 Reprisen und vielen Gastspielen im Ausland erfolgreichsten Theaterproduktion, einer Fassung von Don Giovanni für Marionetten. Weiters hat er für die Produktion Das wunderbare Theater der barocken Welt eine Miniature der barocken Theatermaschinerie für das Puppentheater geschaffen sowie auch eine Serie von tschechischen Volksmärchen (1995–1997). Im Jahre 2002 beteiligte er sich an der Gründung des Museums des Puppentheaters in Český Krumlov. Viele Werke, zu denen er die Ausstattung geschaffen hat, wurden vom Tschechischen Fernsehen aufgenommen (z. B. The Best of Mozart, Bubu vom Montparnasse, Der Golem, Der polnische Jude, Dracula). Daniel Dvořák szenographiert für das Fernsehen auch Musikfilme (z. B. Die Rückkehr des Odysseus, Die europäische Touristik, Signorina Gioventù) und spezielle Ereignisse (das Konzert anlässlich des Beitritts der Tschechischen Republik zur Europäischen Union, der Festabend zum Abschied von Václav Havel von seiner Funktion als Staatspräsident, die Überreichung des Thalia-Preises am Nationaltheater Prag). Ein spezielles Thema bildet in seinem Schaffen das light design und andere optische Mittel (trompe d’oeil), bei denen er die Technik seines Lehrers Josef Svoboda weiter entwickelt. Daniel Dvořák hat mehrere selbständigen Ausstellungen veranstaltet bzw. an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen, zum letzten Mal 2004 in der Galerie Mánes in Prag. Die tschechische Exposition bei der Prager Quadriennale 1999, an der er beteiligt war, hat den Goldenen Triga-Preis erhalten. Im Jahre 1999 wurde er mit dem Alfred Radok-Preis ausgezeichnet und 2001 für diesen nominiert, im selben Jahr hat er für sein szenographisches Schaffen auch den Preis der Masaryk-Akademie erhalten. 2002 wurde er von der französischen Regierung zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt. 2003 war er für den Preis Tschechischer Löwe für seine Szenographie zum Film Die Rebellen nominiert. Seiner Arbeit sind zwei monographische Publikationen gewidmet und ist auch im bedeutende Persönlichkeiten der Tschechischen Republik dokumentierenden Fernsehzyklus GEN erschienen.
Außer der bildenden Kunst und der Szenographie wirkt er auch als Theater- und Festivalproduzent (Festival Mozart Open, Mozarts Sommer-Stagioni am Ständetheater); sein Studio „de-set“ ist auch an Ausstellungsprojekten und speziellen Licht- und Filmprojekten beteiligt (auch z. B. in Belgien, Finnland und Deutschland).
Inszenatoren
- Circus Terra: Bühnenbild
- Don Juan / Golem: Bühnenbild
- Don Quichotte: Bühnenbild
- Die Physiker: Bühnenbild
- Golem: Bühnenbild
- Giulietta e Romeo: Bühnenbild
- La Roulette: Bühnenbild
- Tiefland: Bühnenbild
- Tiefland: Kostüme
- Der Fall des Hauses Usher: Bühnenbild
- Der Fall des Hauses Usher: Kostüme
- Der polnische Jude: Bühnenbild
- Der Troubadour: Bühnenbild
- Die drei Pintos: Bühnenbild
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22. 05. 2012 um 19:00
G. Verdi: Il Trovatore
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23. 05. 2012 um 19:00
G. Rossini: Der Barbier von Sevilla
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24. 05. 2012 um 19:00
G. Puccini: Tosca
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