Jiří Nekvasil wurde im Jahre 1962 in Ostrava geboren. 1989 absolvierte er das Studium der Opernregie bei Ladislav Štros an der Akademie der musischen Künste in Prag, gleichzeitig studierte er als außerordentlicher Hörer das Fach Dramaturgie. Im Jahre 1988 gründete er gemeinsam mit dem Szenographen Daniel Dvořák ein experimentelles Theaterensemble „Opera Furore“. Zwei Jahre später wurden sie beide mit der Leitung der Kammeroper Prag beauftragt, die kurz danach in „Opera Mozart“ umgewandelt und von ihnen als Intendanten geführt wurde. Jiří Nekvasil war ab 1998 künstlerischer Leiter, Dramaturg und Regisseur der Staatsoper Prag, 2002–2006 war er Opernchef des Nationaltheaters Prag. Seit 1. 1. 2010 ist er Direktor des Mährisch-schlesischen Nationaltheaters in Ostrava.Während seiner bisherigen künstlerischen Karriere hat Jiří Nekvasil an die 70 Opern- und Schauspielproduktionen für die „Opera Furore“ (Faust, Mit der Geige in das Eisen, Andy Warhol, Golem – eine Extase des Expressionismus) und für die „Opera Mozart“ (The Best of Mozart, Figaro? Figaro!, Play Magic Flute, Don Juan Bastien) realisiert; 1992–1998 kam auch der Mozart-Zyklus während der Sommer-Stagioni am Prager Ständetheater dazu.Als Schauspielregisseur inszenierte er z. B. die tschechische Erstaufführung der Schwarzen Masken von Leonid Andrejev und den Tod Woody Allens, weiters z. B. den Grünen Vogel Carlo Gozzis, Stella und Urfaust von Johann Wolfgang von Goethe, Der jüngste Tag von Ödön von Horváth, Shakespeares Perikles und Strindbergs Ein Traumspiel. Am Nationaltheater Prag hat er einen Abend mit den Opern von Jan Klusák Ein Bericht für eine Akademie und Michael Nymans Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (1997) inszeniert, The Death of Klinghoffer von John Adams (2002), Janáčeks Die Ausflüge des Herrn Brouček (2003) und Jenůfa (2005), eine szenische Aufführung von Verdis Requiem (2004), Francesco Cileas Adriana Lecouvreur (2004), Smetanas Die verkaufte Braut (2004) und Das Geheimnis (2006), Die griechische Passion von Bohuslav Martinů (2006), Antigona von Josef Mysliveček (2006), Mozarts Don Giovanni (2006), Puccinis La fanciulla del West (2007). Er ist Koautor und zugleich Regisseur der Oper Zítra se bude... (Morgen wird es...), die er gemeinsam mit dem Komponisten Aleš Březina für die Sängerin Soňa Červená geschrieben hat (2007); die Oper wurde im Theater Kolowrat des Nationaltheaters Prag uraufgeführt, zur „Operninszenierung des Jahres 2008“ gewählt und hat von fünf Nominierungen für den Alfred Radok-Preis zweimal diese Auszeichnung erhalten. Im Jahre 2009 hat er am Nationaltheater Brünn die Julietta Martinůs und Puccinis Madama Butterfly inszeniert.An der Staatsoper Prag führte er die Regie bei der Uraufführung der Opern Bubu vom Montparnasse von E. F. Burian (1999), Faidra von Emil Viklický (2000) und Circus Terra von Trygve Madsen (2002), der tschechischen Premiere der Oper Benjamin Brittens The turn of the screw (2000), Es war einmal... von Alexander Zemlinsky (2000) und Der polnische Jude von Karel Weis (2001).Jiří Nekvasil gastiert regelmäßig als Regisseur in Ausland. Er führte die Regie der deutschen Uraufführung der Oper von Erich Wolfgang Korngold Kathrin (1999), Klusáks Ein Bericht für eine Akademie (2000) und Janáčeks Das schlaue Füchslein (2002), in Hamburg Don Giovanni von Giuseppe Gazzaniga (2001), in Erfurt Adriana Lecouvreur (2004), in Regensburg Wagners Der fliegende Holländer (2005) und Tschaikowskis Eugen Onegin (2009), in Rheinsberg Myslivečeks Antigona (2006), in Rostock Die drei Wünsche von Martinů (2007). Am Teatro Colon in Buenos Aires hat er mit großem Erfolg die südamerikanische Erstaufführung von Das schlaue Füchslein (2000) inszeniert, in Nantes die französische Erstaufführung der Soldaten von Manfred Gurlitt (2002), in den USA Verdis Nabucco (2003), in Riga und Tallin The turn of the screw (2003 bzw. 2008), an der Opera Irland in Dublin und in Tallin Jenůfa (2004 bzw. 2005), in Tampere die szenische Aufführung von Verdis Requiem (2008). Am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava (2005) und an der Deutschen Oper am Rhein Duisburg/ Düsseldorf (2008) inszenierte er Dvořáks Rusalka. Außer im Theater arbeitet Jiří Nekvasil seit fast 20 Jahren als Regisseur auch mit dem Tschechischen Fernsehen zusammen; für die Redaktion der Musikprogramme hat er über 130 Regien geschaffen. Er ist vor allem an den Werken des 20. Jahrhunderts interessiert, wobei er die neuen Formen der musikdramatischen Werke sucht. Er hat an die 20 Musikdokumentationen geschaffen, z. B. zwei Bohuslav Martinů gewidmete Filme (Die Rückkehr aus dem Exil und Martinů und Amerika), einen über Erwin Schulhoff (Meine Zähne klappern im Shimmytakt, 1995) und die siebenteilige, Gustav Mahler gewidmete Dokumentation Der Landsmann G. M. (2009). Jiří Nekvasil hat für das Fernsehen auch einige Opern realisiert. Außer zwei Kammeropern von Josef Berg (Die Rückkehr des Odysseus und Die europäische Touristik) sind das vor allem die Werke Martinůs – das mechanische Ballett Der wunderbare Flug und die Oper Tränen des Messers. Die beiden Filme wurden beim internationalen Festival Goldenes Prag 1999 mit dem Goldenen Kristall-Preis und beim Festival Screening Stage Arts in Brüssel im selben Jahr mit dem Grand Prix und dem Preis für die „originellste Regie“ ausgezeichnet. Im Jahre 2000 hat er auch Martinůs Oper Die Stimme des Waldes verfilmt.
Inszenatoren
- Circus Terra: Regie
- Don Quichotte: Regie
- Giulietta e Romeo: Regie
- Der polnische Jude: Regie
- Die drei Pintos: Regie
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22. 05. 2012 um 19:00
G. Verdi: Il Trovatore
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23. 05. 2012 um 19:00
G. Rossini: Der Barbier von Sevilla
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24. 05. 2012 um 19:00
G. Puccini: Tosca
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